Alles andere als Winterruhe

Was soll bei mir als Imker und den Bienen schon großartig in den Wintermonaten anstehen, fragt Ihr Euch?
Die fleißigen Bienchen halten natürlich Winterruhe, was man von mir jedoch nicht behaupten kann. Ganz im Gegenteil: es gibt eine Menge vorzubereiten, damit auch das nächste Bienenjahr ein summender Erfolg wird.
Die Völker zu begutachten gehört jedoch nicht dazu, denn Bienen fühlen sich dadurch gestört. Außerdem sind die anpassungsfähigen Insekten gewappnet für den Winter. Sie halten selbst eisigen Temperaturen stand und schmiegen sich eng aneinander, um so wenig Wärme wie möglich zu verlieren. Diese Maßnahme nennt sich Wintertraube. 

 

Lasse ich die Völker auch in Ruhe, so beobachte ich dennoch das Geschehen drum herum. Soll heißen: ich überprüfe in regelmäßigen Abständen, ob es Wetter- oder Sturmschäden gibt und ob die Mäusegitter noch richtig sitzen (denn die kleinen Nager klettern gerne in Bienenkästen und richten dort einigen Schaden an).

 

Die meiste Zeit der kalten Monate verbringe ich jedoch im Hintergrund. Zu meinen winterlichen Aufgaben gehören beispielsweise die Honiggläser von Etiketten zu befreien und auf Defekte zu prüfen, Rähmchen vorzubereiten, oder auch meine Imker-Werkzeuge zu reinigen. Darüber hinaus gehe ich Projekte an, für die ich sonst keine Zeit finde. In diesem Jahr baue ich zum Beispiel neue Holzkisten, damit ich alles sauber und ordentlich transportieren kann. Die meiste Arbeit machen aber die Rähmchen, die alle für den kommenden Einsatz vorbereitet werden wollen. Und das sind nicht gerade wenige.

Im Winter steht einige Arbeit für den Imker an
ein fertiger Rahmen
Rahmenaufbewahrung im Winter

Und so funktioniert die Fleißarbeit

Zu allererst habe ich die Rähmchen aus dem letzten Jahr in einer verdünnten Natronlauge gereinigt und anschließend gut abgespült. Defekte Rähmchen wurden durch neue ersetzt. In die fertigen Rähmchen habe ich daraufhin Wachsplatten eingelötet. Das gibt den Bienen ein Grundgerüst und verhindert, dass sie „Wildbau“ betreiben. Darunter versteht man, dass Waben unförmig und ungleichmäßig ausgebaut werden. Diese krummen Gebilde stören oft beim Hantieren und würden die Arbeit an den Völkern deutlich erschweren. Das ist der Grund, warum ich jedes Jahr, aus unserem eigenen Wachskreislauf, neue Platten löte und diese in die Rähmchen einsetze.

Für ein bestehendes Volk benötige ich im Schnitt 8-12 Rähmchen pro Jahr. Für ein Volk, dass ich im Laufe des Jahres neu bilde, können es auch über 20 sein. Es kommt also schon so einiges zusammen. 

Ist die Arbeit getan, darf auch ich ein paar Tage entspannen und voller Vorfreude an den Frühling und das anstehende Bienenjahr denken.

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Sebastian Hellmund