Das Bienenjahr geht zu Ende

Im Gegensatz zu fast allen Insekten halten Bienen keinen Winterschlaf. Was also machen die Tierchen in den kalten Monaten? In meinem letzten Beitrag zum Bienenjahr möchte ich es euch verraten.

Wie so viele andere Lebewesen auch, mögen Bienen keine kalten Temperaturen. So kommt es, dass sie in den Wintermonaten (fast) verschwunden sind. Sobald die Temperaturen unter 10 Grad sinken, bleiben die sonst so emsigen Tierchen im Stock und fliegen nicht mehr aus. Vereinzelt kann sich manch eine nach draußen verirren, das ist jedoch die Ausnahme.

Wie oben schon verraten, halten Bienen jedoch keinen Winterschlaf, sie halten stattdessen Winterruhe. Wo da der Unterschied ist? Nun ja,  bei der Winterruhe sitzen sie ganz dicht beisammen und bilden um die Königin herum eine „Wintertraube“ (in einer Kugel- bzw. Traubenform, daher der Name). Die Königin wird die gesamte Zeit mit Futter versorgt. Dies vollziehen die Arbeiterinnen solange, bis die Temperaturen es wieder zulassen, dass sie mit dem Eierlegen beginnen kann.

Wintertraube

Wie der Begriff Winterruhe schon verrät, sollte man die Bienen in den kalten Monaten möglichst nicht stören, denn jede Unruhe kann im schlimmsten Fall zum Verlust eines Volkes führen. Ich sehe meine Völker also erst im Frühjahr wieder. Ab und an begutachte ich sie nur von außen, um zu überprüfen, ob sich Feinde einen Zugang verschafft haben.

 

Im Inneren des Stocks geht es emsiger zu. Ununterbrochen wechseln die Arbeiterinnen im Inneren der Traube ihre Position von innen nach außen. Durch Zitterbewegungen und Flügelschlag erzeugen sie Wärme. Dadurch entstehen im Inneren bis zu 30 Grad Celsius.

 

Das Volk zählt im Winter rund 10.000 Winterbienen. Zum Vergleich: Im Sommer befinden sich rund 60.000 Bienen in einem Volk. Ich habe übrigens bewusst die Bezeichnung Winterbienen benutzt, denn da gibt es einen Unterschied. ,,Normale‘‘ Bienen leben nämlich nur wenige Wochen. Winterbienen hingegen leben mehrere Monate. Der Grund ist logisch - ihre Aufgabe ist bei weitem nicht so anstrengend wie die Aufgaben, die im Sommer anfallen, beispielsweise das Sammeln des Nektars. Ab Herbstanfang, wenn die Tage merklich kürzer werden, legt die Königin Eier, aus denen die Winterbienen schlüpfen. Sie schaffen es bis zum kommenden Frühling, genauer: bis die warmen Temperaturen das Schlüpfen der ersten Brut zulassen.

 

In ein paar Monaten, wenn die Temperaturen wieder ansteigen, erklingt das Summen der Bienen erneut und sie tätigen ihren ersten Reinigungsflug (Bienen sind sehr reinlich). Erst jetzt wage ich einen ersten Blick in das Innere des Bienenstocks. Die Winterruhe ist beendet und das neue Bienenjahr beginnt!

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