Der Wachskreislauf

Ich liebe ihn, den Geruch von Bienenwachs. Aus diesem Grund ist folgende Arbeit meines Hobbys mehr als angenehm: das Kümmern um den Wachskreislauf. Dies geschieht in den kalten Wintermonaten, die ich dann im nach Bienenwachs duftendem Keller verbringen darf. Doch was ist überhaupt der Wachskreislauf? Einfach weiterlesen, dann wisst Ihr es.

 

Meine fleißigen Bienchen produzieren nicht nur Honig, sondern auch Wachs, mit welchem sie ihre Waben bauen. Anfangs haben sie einen wunderschönen, hellgelben Farbton, der jedoch durch das Bebrüten und die damit einhergehende Einlagerung von Schmutz (z.B. durch Pollen) mit der Zeit bräunlich-schwarz wird. Ich entferne die ,,alten‘‘ Waben dann aus dem Stock und setze saubere Wachsmittelwände ein. Die schmutzigen Waben nehme ich mit in den Keller, reinige sie und mache daraus neue Mittelwände – das ist der Wachskreislauf.

Die Wachsgewinnung

Gleich erkläre ich, wie man Wachs reinigt und Mittelwände gießt, vorab jedoch ein paar spannende Infos zur Wachsgewinnung.
Imker haben verschiedene Möglichkeiten, um an neues Wachs zu gelangen. Zum größten Teil nutzt man dafür die alten, schmutzigen Waben. Darüber hinaus gibt es noch das Entdeckelungswachs, welches bei der Honigernte anfällt. Die einzelnen Zellen einer Honigwabe sind mit Wachs verschlossen. Um den Honig nun aus der Wabe zu bekommen, gibt es eine Art Kamm, mit dem das Wachs vorsichtig entfernt und für die weitere Nutzung aufgehoben wird.

Wie geht es nun weiter?

Wachs ist ausreichend vorhanden, jedoch gilt es, dieses vorab zu reinigen. Dafür nutze ich, ohne großen Aufwand, die Kraft der Sonne. Genauer gesagt einen Solarschmelzer. Ich lege die zu reinigenden Waben in den Behälter und die Sonne erledigt den Rest. Zuerst läuft das Wachs durch ein Gitter in einen Auffangbehälter, wodurch grobe Verschmutzungen direkt entfernt werden. Im Anschluss wird das noch flüssige Wachs durch ein Baumwolltuch oder feine Siebe gefiltert und abgekühlt. Grober Schmutz sammelt sich auf der Unterseite des so entstandenen Wachsblocks und kann manuell entfernt werden.
Das Ganze wird so lange wiederholt, bis der Wachsblock so sauber ist, dass daraus neue Mittelwände gegossen werden können.

Warum die ganze Arbeit?

Eine Frage, die Ihr euch vielleicht stellen werdet: wieso mache ich mir überhaupt die Arbeit und kaufe nicht einfach fertige Mittelwände? Nun ja, einerseits wäre es viel zu schade um das verschwendete Wachs. Andererseits gab es in der Vergangenheit nicht selten das Problem, dass in gekauftem Wachs Pestizide und andere schädliche Stoffe gefunden wurden. Die Konsequenz daraus ist das Sterben der Bienenvölker. Diesem Risiko möchte ich meine Bienen nicht aussetzen. Außerdem gehört der Wachskreislauf einfach zum Imkern dazu. Und wie schon erwähnt: es gibt weitaus Schlimmeres, als vom Geruch des Bienenwachses umgeben zu sein 😉.

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Bienenwachs selber herstellen schützt vor Pestiziden